Präferenzenshift
Bassgott SchockOder:
Wo man sich trifft…
-erster Akt-
Macht bei uns im Ort ein Biosuppenmarkt auf. Der Frank sofort hin. Samstags im Biokaufrausch. Mit einer Kanne ungesüsstem Bioapfelmuss in der rechten, einem 500 g Gebinde Biodinkelspaghetti in der linken und einer mächtigen Rotzglocke am Zinken, stehe ich mit Entscheidungsschwierigkeiten vor der Biokaba Auslegeware und studiere die "Fair Trade Richtlinien" nach ISO4711. Da schallt es mir an mein letztes Ohr: "Ah! Ein Kleiner Gott im Bioladen! Hat man so was schon gesehen!"
Ich meine Unglaube und Entsetzen in der Stimme zu vernehmen. Ein freundlicher Angestellter entpuppt sich als tief gläubiger Götter Fan. Es scheint es mir aber doch, das sein Glaube an unser, wie auch immer wahrgenommenes, Image gelitten hat. Grübelnd und zahlend verlasse ich den Biotempel.
-zweiter Aufzug-
Nach dem Zwischenspiel im Ökoturm, sogleich ins teuerste Einrichtungshaus von Konstanz gependelt. Einfach mal schauen. Ein wenig auf edlen Ledersofas relaxen und über die Preisvorstellungen des Geschäftsinhabers lästern.
Und wen treffe ich im ersten Stock? Schwester Tino in Begleitung seiner Lebensgefährtin. Sie wollten auch mal einfach reinschauen. Einfach mal sehen ob diese Saison noch Kirschfurnier der Renner ist, oder ob die Asbesttrennwand ihr Comeback hat.
Tja…., vor 10 Jahren war Bio noch Bio und Schweser Tino hätte ich frühestens um 1 Uhr morgens in der Casba oder um 3 Uhr morgens im Kula getroffen. Ich hätte ihn nicht erkannt und wir wären eine Nacht beste Freunde gewesen…
-Vorhang-
Schlimm?

Dani Debilo