
Bassgott Schock
Die unten beschriebene Hinfahrt zum Flugfeld Zürich korrespondiert einigermassen mit der Rückkunft.
Von Madrid aus einschwebend, hatte ich halb Europa durchquert um bei den Eidgenossen mein Auto auszulösen, nach Hause zu fahren und mich dann den Rest der Woche vom Traditionssegeln am Schreibtisch zu erholen.
Wohlgemut trat ich mit vielen gleich gesinnten an das Gummiband und harrte der Koffer die da kommen würden. Meine Tasche kam. Das war schon mal nicht übel, war doch in ihr mein Auto und mein Hausschlüssel verstaut.
Meine Gitarre… kam nicht. Wird schon wieder auftauchen, dachte ich gut gelaunt (was in solchen Fällen bei mir eigentlich ausgeschlossen ist) und spazierte zum Parkhaus P6. Dort stellte ich verblüfft fest, dass ich dort 1 % des Autorestwertes in die Parkuhr schmeissen musste um meinen Klimaveredeler wieder an mich zu nehmen. Tja, da hatte ich in der Eile wohl P6 mit P60 für Dauerparker verwechselt. Nun, ich blieb gelassen.
Im Auto angekommen sah ich einen Zettel zwischen Windschutzscheibe und Scheibenwischer eingeklemmt. Ich befreite ihn und las:
Dies ist KEIN Frauenparkplatz
Parken sie in Zukunft entsprechend
Ohne Zweifel, das war die Schweiz…
Mein Cockpit informierte mich kurz darauf, dass ich den Schwung der Parkhausrampe gut ausnutzen müsse um überhaupt die nächste Tankstelle zu erreichen. Ich schaffte es locker ohne nennenswerte Blutdruckschawankung.
Auf der Autostrada nach Konstanz viel ich eher durch gemächliche Fahrweise auf. Selten erreichte ich die kritischen 121 km/h.
Die Grenze erschien bald hell erleuchtet vor mir. Zwei Zollbeamten forderten mich auf das Auto zu verlassen und begannen eine längere Durchsuchung. Da das ganze Koks in der Gitarre war, welche die Fluggesellschaft verschlampt hatte, blieb ich freundlich und beliebte gar mit den grünen Handlangern der Willkür zu scherzen.
Sofort viel mir auf, das dieses Verhalten für mich gänzlich neu war. Ich hatte seit Stunden kleinere unwichtige Rückschläge mit feistem Grinsen hingenommen und nun flirtete ich mit Zollbeamten… Wahrlich… der beschissene Urlaub musste mich wohl doch enorm erholt haben.
Dementsprechend sportiv stürmte ich am nächsten Morgen immer noch feist grinsend in die Sanuwaveniederlassung in Kreuzlingen, gespannt darauf, wie es sich wohl unter guter Laune arbeiten liess. 5 Minuten später hatte ich wieder meinen ersten Wutanfall und schoss Kampftriaden gegen Firmenleitung und Kollegen. Abends bestieg ich etwas zittrig und sehr traurig mein Bett. Schade, gute Laune hatte Spass gemacht.